Johann Friedrich Böttger
Herr Johann Friedrich Böttger gar,
ein preuß’scher Apotheker war,
der aus der Gegend fliehen wollt’,
denn er versprach vergeblich Gold.
So zog es ihn –das ist bekannt–
nach Süden hin, ins Sachsenland.
Nach Wittenberg –der Lutherstadt–
es Böttger dann verschlagen hat.
Dort konnt’ er sich vor August’s Schergen,
nicht allzu lange mehr verbergen.
Ein Bürger hatte ihn verpfiffen,
drauf’ Sachsens Häscher Ihn ergriffen.
Sie schleppten ihn nach Königstein und sperrten ins Verlies ihn ein.
Im „gold’nen Käfig“ saß er nun und hatte ziemlich viel zu tun.
Denn Sachsens König wollte Gold, der Böttger dies erfinden sollt.
Die Rezeptur ihm nicht gelang, dem Johann wurde Angst und Bang.
Worauf es ihm am Besten schien, nun flinken Fußes zu entflieh’n.
Schnell weg von August wollte er, die Büttel jagten hinterher.
In Enns, der kleinen Donaustadt, die Flucht alsbald ein Ende hat,
sodann hat man in dunkler Nacht, nach Sachsen ihn zurück gebracht.
Dort traf er Ehrenfried von Tschirnhaus und dieser kannt sich mit
Geschirr aus.
Der „porzellanen“ Rezeptur war er schon lange auf der Spur.
Gemeinsam schafften sie sodann, was ihnen einzeln nicht gelang.
Sie stellten „weißes Gold“ nun her und dies erfreute August sehr.
Zuerst entstand, ganz weiß wie Schnee, ein kleines Kännchen für den Tee.
Um Böttger ist es längst gescheh’n, das Kännchen könnt ihr heut noch sehn. |